KUNST

Die Welt dreht sich weiter. Und zwar mit zunehmender Geschwindigkeit, denn die politischen Spannungen und Verwerfungen werden immer größer. Auch das wissenschaftliche Weltbild gewinnt an Dominanz, legt sich über den Bereich des Sozialen und lässt das Ich als berechenbares Element in der Masse verschwinden.
Der sicher erscheinende Grund der Wirklichkeit zerbröselt: die Natur, die tradierten Residuen der Geschichte und des Geistes werden durch eine neue Konzeption der Welt verflüssigt und mit der um sich greifenden Industrialisierung hinweggespült. Es herrscht eine Atmosphäre der Entfremdung in die Gottfried Benn...
»Die Überwindung dieses unseligen, mit sich selbst endlos entzweiten Zustandes wäre wahre Gotteskindschaft, wäre Leben als Symbol des Ewig-Heiligen, wäre Rückkehr zur Heimat.« I. Nicht wenige unabhängige Geister, die in den Jahren zwischen 1918 und 1945 aktiv waren und dabei Eigenständiges, Sperriges zuwege...
Wer in den Groß- und Kleinkünsten traurig oder schadenfroh darauf spekuliert hatte, dass die Linien der Tradition nach dem gründlichen Nivellierungswerk des 20. Jahrhunderts auch zu Beginn des 21. weiter ins Leere laufen würden, sieht sich von immer mehr Millenials eines Besseren und Besonneneren belehrt: Lisa Eckhart...

Seitensprung (3)

Seitensprung: Gegen die abendliche Leseunlust im Bett! Hier geht es zum ersten Teil und hier zum zweiten. Paul Bowles – Taufe der Einsamkeit Sich heute noch als Individualtourist zu bezeichnen ist nur mehr eine Farce....
Als am 26. April 1986 der Reaktor im Block IV des bei Tschernobyl und Prypjat gelegenen Atomkraftwerks „W. I. Lenin“ sein Dach in Trümmer verwandelt, wird innerhalb weniger Tage Strahlung von einigen Trillionen Becquerel in die Atmosphäre abgegeben. Weniger drängend als die Eindämmung der drohenden Folgen ist die Frage,...
Der George-Kreis begegnet uns heute zumeist als blasses, historisches Objekt, das seine lyrische Strahlkraft kaum noch entfalten kann. Umso interessanter ist es, einen Autor zu Wort bitten zu dürfen, der persönlich eine große Leidenschaft für Stefan George hegt und darüber hinaus auch biographisch mit dem Kreis verbunden ist. In...
Im Widmungsgedicht an Hugo von Hofmannsthal aus dem 'Jahr der Seele' wagt Stefan George die selbstbewusste Vorhersage, dass dem österreichischen Gefährten künftig wohl "nie wieder strofen so im ohr" mehr donnern würden wie die seinen. Tatsächlich scheinen es nicht wenige Verse aus Georges Feder darauf anzulegen, als Naturgewalten - schroff...
Die Ewige Stadt galt für nahezu zweitausend Jahre als spiritueller und weltlicher Mittelpunkt Europas. Mittlerweile allerdings offenbaren sich auch in Rom die negativen Begleiterscheinungen der modernen Welt: hohe Arbeitslosigkeit, große Müllberge, verdreckte Straßenzüge, die anhaltende Flüchtlingskrise, ein eher politischer denn katholischer Papst und vor allem gescheiterte Träume. Dennoch strahlt...
In seiner - je nach Zählung - achten oder aber siebenten Gedichtsammlung, dem 'Siebenten Ring' von 1907, überlässt Stefan George noch weit weniger dem Zufall als sonst und ohnehin schon: Der Band besteht aus sieben Abschnitten, in denen Werke gruppiert sind, deren Anzahl jeweils ein Vielfaches von Sieben beträgt. Werden...