KUNST

Während das Heroische auf der Kino-Leinwand vorerst ein letztes Refugium gefunden zu haben scheint, ist die Zahl der Helden an und vor herkömmlichen Leinwänden merklich im Schwinden begriffen. Kaum mehr als dekorativ sieht man gegenwärtig vielerorts Staffeleien noch Spalier stehen für harmlose Selbstvermarkter, die in mittlerweile täglicher Routine -...
  Der soziologische Nenner, der hinter Jahrtausenden schlief, heißt: ein paar große Männer und die litten tief. Heißt: ein paar schweigende Stunden in Sils-Maria-Wind, Erfüllung ist schwer von Wunden, wenn es Erfüllungen sind. Heißt: ein paar sterbende Krieger gequält und schattenblaß, sie heute und morgen der Sieger -: warum erschufst du das? Heißt: Schlangen schlagen die Hauer das Gift, den Biß, den Zahn, die...
In den gehobeneren Kinos der Republik laufen derzeit zwei interessante Filme, die - jeder auf seine Weise - Schicksalen von kritisch-verzweifelten Künstlern in der DDR der siebziger und achtziger Jahre beleuchten: der Spielfilm „Gundermann“ von Andreas Dresen und der Dokumentarfilm „Familie Brasch“ von Annekatrin Hendel. Sowohl der Liedermacher Gerhard Gundermann...
Federico Mompou wurde 1893 in Barcelona geboren als Sohn einer Mutter französischer Herkunft und eines Vaters katalanischer Herkunft. Sein Großvater war Glockengießer. In Mompous Musik ertönen immer wieder Klänge, die Glockenschlägen ähneln – vielleicht eine Reminiszenz an Erfahrungen aus der Kindheit. Komposition studierte er in Paris, wo er nach...
„Ich bin Madarejúwa, ein Krieger vom Volk der Tenharim, und ich habe keine Angst.“ In einem Buch, das er zusammen mit dem ZEIT-Journalisten Thomas Fischermann geschrieben hat, berichtet Madarejúwa von seinem Leben im Amazonas-Wald und den Bedrohungen, denen sein Volk ausgesetzt ist. Die Tenharim zählen inzwischen wieder 900 Menschen. Sie...
Melchior Lechter (1865-1937) ist einer der weniger bekannten Namen im Künstlerkanon des 20. Jahrhunderts. Dies freilich zu unrecht, so oszilliert sein Gesamtwerk zwischen Moderne und Antimoderne, ebeno wie das Diefenbachs oder Fidus. Lechter stellt sein Werk in das Zeichen eines ganzheitlichen Ansatzes einer Kunstreligion. Entscheidenden Einfluss auf diese Entwicklung hatte...
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Es ist kalt in Feuerland. Am Südzipfel des amerikanischen Kontinents, dort, wo die Elementargewalten dreier Weltmeere aufeinanderprallen, Regen und Hagel wie Eiszapfen vom Himmel fallen und eisige Winde das Atmen erschweren, hat ein Stamm seine Heimat gefunden. Die Kaweskars, die „Menschen“ wie sie sich selbst nennen, haben eine jahrtausendelange...
Stefan George (1868-1933) war neben Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal wohl einer der größten und wirkmächtigsten Dichter der Jahrhundertwende. Auch wenn Georges Werk heute nicht die Anerkennung erfährt die ihm zusteht, so ist die Strahlkraft seiner Lyrik, für diejenigen, die dafür offen sind, ungebrochen. Das Gedicht Schlusschor: GOTTES PFAD...
„Die Kunst braucht keine Beleuchter, sie strahlt aus sich selbst heraus.“ Dieses Zitat aus der ‚Kulturpause‘, seiner widerborstigen Streitschrift zur gegenwärtigen Kunstszene mit ihrem Übergewicht an feuilletonistischen Anstrahlern, muss den entschuldigenden Einstieg bilden, bevor man zum Geburtstag des Malers und Architekten Ludwig Valentin Angerer mit nichts als...
Der österreichische Schriftsteller Hermann Broch (1886-1951), unter anderem Autor der Romantrilogie  "Die Schlafwandler": „Der werkende Mensch von heute ist in einem viel tieferen Sinne stumm als etwa ein Trappist. Seine Sprache ist eigentlich nur mehr Verständigung,…, immer nur Signal, immer nur Geschäftsbrief. Er spricht von den Dingen, soweit es unerlässlich...