Lyrik

Auch abseits ausgetretener Pfade, die zu Monumenten führen, findet man manch schöne Blume – manchmal sogar verwachsene Marmorbilder und von der Zeit verschüttete Giganten. Die Reihe „Verschütte Stimmen“ regt an, verkannte und zu Unrecht vergessene Dichter zu entdecken und auszugraben. Die kurzen Hinführungen und die einzelnen Gedichte...
„Rausch“ und „Traum“, „Blut“ und „Stern“ wären wohl gesetzt. „Wahn“ und „Weh“ zwar, doch ebenso „Licht“ und „Gold“, „Schatten“ und „Flamme“ dürften zum engeren Favoritenkreis zählen, bereits „Adler“ und „Schwan“ wahrscheinlich nur mehr zum erweiterten. Wenn man eine Sammelkartei anlegte, um Rolf Schillings lyrisches Opus, das 2020...
250 Jahre Hölderlin. Anlässlich dieses Jubiläums stellt der Hölderlin-Biograph Jürgen K. Hultenreich seine Lieblingsverse vor.
Die Erziehung zu einem respektablen Bürger einer Gesellschaft bringt unumgänglich auch einen Verlust von Freiheit mit sich. Doch der Jüngling kann sich noch wehren, denn er weiß von seiner überirdischen Herkunft aus dem Äther.
Vielleicht ist uns das Wagnis der Dichter, Pflanzen und Tiere anzusprechen, als seien sie Partner in einem menschlichen Dialog, durch tausendfaches Beispiel schon allzu vertraut geworden, als dass wir uns noch darüber wunderten. Wenn Hölderlins Gedicht „Die Eichbäume“ aber mehr sein soll als ein Museumsstück oder eine...
Götternacht – dieser sinnträchtige Begriff steht bei Friedrich Hölderlin für den Prozess, der später auch von Max Weber als „Entzauberung der Welt“ beschrieben werden wird: Im Zuge der neuzeitlichen, technisch-rationalen Erforschung der natürlichen Welt verliert diese endgültig ihre einstmalige Bedeutung als Heimstatt göttlicher Mächte und wird zum...
Die Anrufung des Windes. Zu Friedrich Hölderlins Hymne Andenken. Im Dezember 1801 macht sich Friedrich Hölderlin – 31 Jahre alt, in nicht ganz einfachen beruflichen und persönlichen Verhältnissen lebend, als Dichter nur wenigen Kennern geläufig, von diesen aber umso höher geschätzt – von...
Landschaft als Erfahrung und Landschaft als Imagination Sommer und Herbst des Jahres 1800 waren für Friedrich Hölderlin eine gute und überaus produktive Zeit. Im Juni folgte er einer Einladung seines vertrauten Freundes Georg Chri­stian Landauer, eines Stuttgarter Tuchhändlers, und quartierte sich in dessen...
— Zu Rüdiger Safranskis Hölderlin-Biographie — Die lateinische Sprache kennt zwei Worte für ‚Dichter‘: poeta und vates. Poeta meint den Dichter, wie man ihn landläufig kennt: als einen, der nach bestimmten Regeln Sprachkunstwerke formt. Der vates hingegen hat noch eine weitere...
Ob Ihnen Lyriker geläufig sind, die sich zunächst hartnäckig an Erzählwerken versuchten, das eigene Metier also entweder nicht auf Anhieb fanden oder sich zumindest nicht abfinden wollten allein mit ihm? Umgekehrt fällt die Listung leichter: Ernst Jünger erwarb sich in Wandervogel-Kreisen erste Anerkennung mit Gedichten, Stefan Zweig...