Literatur

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Es ist kalt in Feuerland. Am Südzipfel des amerikanischen Kontinents, dort, wo die Elementargewalten dreier Weltmeere aufeinanderprallen, Regen und Hagel wie Eiszapfen vom Himmel fallen und eisige Winde das Atmen erschweren, hat ein Stamm seine Heimat gefunden. Die Kaweskars, die „Menschen“ wie sie sich selbst nennen, haben eine jahrtausendelange...
Der österreichische Schriftsteller Hermann Broch (1886-1951), unter anderem Autor der Romantrilogie  "Die Schlafwandler": „Der werkende Mensch von heute ist in einem viel tieferen Sinne stumm als etwa ein Trappist. Seine Sprache ist eigentlich nur mehr Verständigung,…, immer nur Signal, immer nur Geschäftsbrief. Er spricht von den Dingen, soweit es unerlässlich...
Es gibt Texte, die den Eindruck wiederkehrender geschichtlicher Zyklen erzeugen, weil sie gar nicht in die Vergangenheit hineinzusprechen scheinen, sondern direkt in die Gegenwart. Zu diesen Texten gehört eine kurze Predigt Paul Tillichs unter dem Titel „The Shaking of the Foundations“ – die erste Predigt in dem gleichnamigen Band...
Tatsächlich wird Bartleby als ein Mensch ohne eigene positive Setzungen gezeigt. Die Stärke und Irritationsfähigkeit bezieht er nur aus der Verneinung, der Negation alles „Normalmenschlichen“, aus der totalen Verweigerung. Er beteiligt sich so gut wie gar nicht an der zwischenmenschlichen Kommunikation, reagiert nur, um einer minimalen Höflichkeit Genüge zu tun...
Wie verhält sich ein aufgeklärter und gebildeter Mensch, wird er mit dem Irrationalen konfrontiert? Auf markante Weise wird dies in Herman Melvilles Erzählung von 1856 „Bartleby The Scrivener. A story of Wall Street“ beschrieben, ja beinahe durchdekliniert. Die Geschichte um den kauzigen Einzelgänger Bartleby, den Melville zeitweise in einer New...
Europa lebt aus seiner Vielfalt heraus. Eine Vielfalt, die ihren Ursprung in Geographie, Geschichte, Mythen, Glauben und seinen Menschen selbst hat. Stets war diese Komplexität und Widersprüchlichkeit der verschiedenen Teile Europas ein Element seines Selbstverständnisses. Heute ist diese Schönheit durch eine Modernisierung und Urbanisierung existenziell bedroht. Doch wer diese...
 „Es gibt Leute, die an Gott glauben, weil sie die Kirchenmusik so schön finden. Der französische Autor Joris-Karl Huysmans war im 19. Jahrhundert so ein Fall. Ich bin das weniger. Mich überzeugt die Harmonie des Kosmos. Ich halte es mit Kant, den hat auch der gestirnte Himmel überzeugt. Das...
Joris-Karl Huysmans (1848-1907) Werk, das in Frankreich zum intellektuellen Erbe zählt und in Deutschland kaum bekannt bzw.wenig übersetzt ist, überzeugt durch eine frühe Wahrnehmung des Unbehagens an der Moderne. Die andauernde Frustration angesichts der Banalität des Alltags und der Mittelmäßigkeit in der Massengesellschaft, das Gefühl der spirituellen Unbehaustheit im Zeitalter...
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Die katastrophalen Umwälzungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die Gebeine von Abermillionen in die Knochenmühlen geführt. Doch der physischen Vernichtung ging eine umfassende geistige Zerstörung unseres Kontinents, Europas, voraus. In seinem autobiographischen Letztwerk widmete sich der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (1881 – 1942) ebenjenen Verheerungen, die...
Spiritualität und Mystik sind blinde Flecken in der Öffentlichkeit. Das mag zum einen daran liegen, daß eine zu starke religiöse Innerlichkeit und auch der Begriff Spiritualität sehr schnell ins Esoterische abgleitet oder verdrängt wird. Gleichzeitig erweckt für viele allein schon das zu große Interesse an Mystik eine Heidenangst vor...