Literatur

Wie verhält sich ein aufgeklärter und gebildeter Mensch, wird er mit dem Irrationalen konfrontiert? Auf markante Weise wird dies in Herman Melvilles Erzählung von 1856 „Bartleby The Scrivener. A story of Wall Street“ beschrieben, ja beinahe durchdekliniert. Die Geschichte um den kauzigen Einzelgänger Bartleby, den Melville zeitweise in einer New...
Europa lebt aus seiner Vielfalt heraus. Eine Vielfalt, die ihren Ursprung in Geographie, Geschichte, Mythen, Glauben und seinen Menschen selbst hat. Stets war diese Komplexität und Widersprüchlichkeit der verschiedenen Teile Europas ein Element seines Selbstverständnisses. Heute ist diese Schönheit durch eine Modernisierung und Urbanisierung existenziell bedroht. Doch wer diese...
 „Es gibt Leute, die an Gott glauben, weil sie die Kirchenmusik so schön finden. Der französische Autor Joris-Karl Huysmans war im 19. Jahrhundert so ein Fall. Ich bin das weniger. Mich überzeugt die Harmonie des Kosmos. Ich halte es mit Kant, den hat auch der gestirnte Himmel überzeugt. Das...
Joris-Karl Huysmans (1848-1907) Werk, das in Frankreich zum intellektuellen Erbe zählt und in Deutschland kaum bekannt bzw.wenig übersetzt ist, überzeugt durch eine frühe Wahrnehmung des Unbehagens an der Moderne. Die andauernde Frustration angesichts der Banalität des Alltags und der Mittelmäßigkeit in der Massengesellschaft, das Gefühl der spirituellen Unbehaustheit im Zeitalter...
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Die katastrophalen Umwälzungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die Gebeine von Abermillionen in die Knochenmühlen geführt. Doch der physischen Vernichtung ging eine umfassende geistige Zerstörung unseres Kontinents, Europas, voraus. In seinem autobiographischen Letztwerk widmete sich der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (1881 – 1942) ebenjenen Verheerungen, die...
Spiritualität und Mystik sind blinde Flecken in der Öffentlichkeit. Das mag zum einen daran liegen, daß eine zu starke religiöse Innerlichkeit und auch der Begriff Spiritualität sehr schnell ins Esoterische abgleitet oder verdrängt wird. Gleichzeitig erweckt für viele allein schon das zu große Interesse an Mystik eine Heidenangst vor...
Unsere Generation ist vor allem eines: dominiert von den Verhältnissen. Sie ist gefangen in der Zwangsjacke von Moral und Konsum ohne einen möglichen Ausweg zu kennen. Darunter jedoch staut sich eine nicht formulierbare Begierde an, dieses Gehäuse zu sprengen und ins wahre Leben einzutauchen. „Sieben Nächte„, der erste Roman...
Zürich im Frühjahr 1917: Im Café Odeon sitzt ein kleiner Mann und liest Zeitung. Die Leute kennen und grüßen ihn, er ist Stammgast, geht ein und aus. Verweilt er nicht im Café, so verbringt er unzählige Stunden vor dicken Bücherstapeln in der Zentralbibliothek und verfasst eine Schrift namens „Der...
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Das New York der siebziger Jahre: Ein Paradies für Geschäftemacher, Lebenskünstler und Freaks aus aller Herren Länder. Es herrscht Kalter Krieg, doch die Wirtschaft boomt, die Partynächte sind lang und auch AIDS ist noch niemandem ein Begriff. Wer würde dort wohl besser hineinpassen als der ukrainische Dissident und Querfrontler Eduard...
In diesem Jahr feiert die bolschewistische Oktoberrevolution ihr hundertjähriges Jubiläum. Grund genug, dem vielleicht entscheidendsten Machtwechsel des 20. Jahrhunderts auf literarischer Weise nachzuspüren. Anstatt eine historisierende Außenperspektive einzunehmen, widmen wir uns einem der bekanntesten sowjetischen Propagandaromane und versuchen, die Motivation, sich den roten Garden für die Weltrevolution anzuschließen, zu...