Literatur

Der Roman gilt gemeinhin als eher moderne Kunstform. Der antike Autor Apuleis (*123 n. Chr.) beweist uns jedoch, dass lateinische Literaten schon vor langer Zeit die Kunst beherrschten, nicht-epische Erzählungen zu schaffen, die alles andere als „prosaisch“ zu nennen sind. Sein Roman mit dem Titel Metamorphosen, auch bekannt als...
Als Faschist verfemt verlässt der amerikanische Dichter Ezra Pound im Jahr 1972 die Weltbühne. Auch wenn sein Werk in der angloamerikanischen Dichtung große Spuren hinterlassen hat, sah er sich gegen Ende seines Lebens als gescheitert an. Doch die Ambitionen des Poeten wurden bereits in jungen Jahren unerreichbar hoch gelegt:...
Nach sechsundzwanzig Jahren meldet sich der totgeglaubte Erzähler von Faserland, dem wir die schöne Wendung „SPD-Nazi“ verdanken, zurück. Diesmal erzählt uns Christian Kracht seine SPD-Nazi-Familiengeschichte. An Christian Kracht haben Literaturkritiker und Literaturwissenschaftler gleichermaßen ihre Freude wie an kaum einem anderen zeitgenössischen deutschen Schriftsteller. Als Nachfolger zu Krachts Erstling konzipiert und...
Obwohl er ein radikaler Verächter des Fortschritts war, ist kaum ein Autor in der heutigen Popkultur derart präsent wie Howard Phillips Lovecraft. In seinen Erzählungen gewinnt die Furcht vor dem Zusammenbruch des Kosmos surreal-realistische Gestalt. Mit wissenschaftlicher Präzision vermessen sie den Kerker einer Welt ohne Gott. anbruch-Autor Arne Kolb...
In dem neuen Roman „Sprich mit mir“ von T. C. Boyle geht es um Affen. Genauer gesagt: um wahre Affenliebe. Wobei der Ausdruck Affe es nicht trifft, denn Sam – die wahre Hauptfigur dieses Romans – ist ein Schimpanse. Schimpansen sind zoologisch betrachtet unsere nächsten Verwandten – der letzte Abzweig...
„Ich lese erst ein Buch von Martin Mosebach, wenn er seinen Figuren vernünftige Namen gibt.“ Also sprach vor einigen Tagen die Studienrätin Katharina Herrmann auf Twitter, dem letzten Rückzugsort der Vernunft. Wiewohl man die solcherart begründete Verweigerungshaltung mit gutem Recht unter Bequemlichkeitsverdacht stellen darf, bietet Martin Mosebachs jüngster Roman,...
Die 70er Jahre der Bundesrepublik sind geprägt von einer gähnenden Langeweile und allgegenwärtigem Spießertum. Für den Schriftsteller Nicolas Born ist das Zeitgeschehen der Stoff für seine Romane. Durch die literarischen Schilderung von Nicolas Born lässt sich erahnen, wie es anders sein könnte. Erinnerung an einen Rilke-Preisträger, der mit Ideologien...
„Die Wahrheit höchstselbst kann sich als eine große Lüge herausstellen.“ Maurice G. Dantec In Frankreich gehört Polemik seit jeher zum Standardrepertoire der Literaten. Auseinandersetzungen, Invektiven, Provokationen und Herabsetzungen werden nicht gescheut, sondern auf allen denkbaren Galligkeits- und Giftigkeitsstufen kultiviert. Auch der Science-Fiction Autor Maurice Dantec war Offensiven keinesfalls abgeneigt. Doch...
Michel Houellebecq ist das, was er nach eigenen Angaben als ein ungefährliches Individuum bezeichnen würde, nämlich ein Konservativer. In der jüngst veröffentlichten Essay- und Interviewsammlung offenbart sich der Franzose zudem als jemand, der tiefgründig über die Grundlagen seines schriftstellerischen Schaffens und die gegenwärtige Gesellschaft nachdenkt. In Deutschland gibt es zumeist...
Rien ne va plus! Albert Caraco wollte immer schon sterben. Doch gedachte er zunächst den Tod seiner Eltern abzuwarten, eine Rücksichtnahme, die man in seiner Philosophie sonst kaum wiederfindet. In einem letzten Brief an seinen Verleger soll er angekündigt haben, dass er nach...