Philosophie

Über einen Essay von Terry Eagleton Kultur ist ein höchst ambivalenter Begriff. In seiner Verwendung ruht zumeist ein normativer und ein deskriptiver Kern. Dementsprechend ist es also höchst unklar, worüber jemand spricht, wenn er das Wort Kultur verwendet. Terry Eagleton möchte mit seinem jüngsten Titel „Kultur“ dieses Problem angehen und...
Aus der Zitateschleuder:  Das in der modernen Technik waltende Entbergen ist ein Herausfordern, das an die Natur das Ansinnen stellt, Energie zu liefern, die als solche herausgefördert und gespeichert werden kann. Ein Landstrich wird in die Förderung von Kohle und Erzen herausgefordert. Das Erdreich entbirgt sich jetzt als Kohlenrevier,...
Die Konflikte um das Thema Ökologie lassen sich nicht verstehen, wenn man nicht begreift, daß die moderne Ökobewegung nur durch ein Auseinanderbrechen des Begriffs- und Erfahrungsfelds des Fortschritts zustandegekommen ist. Medizin aus der Sieferle-Apotheke hilft aktualitätsfixierte Sicht auf das Thema Ökologie zu entschleiern. „Sozialschmarotzer“, „Wohlstandsverwahrlosung“, „geisteskranke Ideologie“, „Abgehängte der Gesellschaft“,...
Wer heutzutage durch die Innenstädte Europas geht, wird nahezu überall einen ähnlichen Baustil erblicken: quaderförmige Klötze mit flachen Dächern, ohne jede Ornamentik, aufs Funktionelle reduziert, meist hässlich. Folgt man dem Philosophen Hans-Dieter Mutschler in seinem Buch „Von der Form zur Formel“, so ist diese Architektur als Ausdruck einer tieferliegenden Einstellung...
Hier geht es zum ersten Teil Der Schritt in die Moderne Der Übergang vom Mittelalter in die Moderne beginnt bereits im 14. Jahrhundert mit dem Nominalismus Wilhelm von Ockhams (1288–1347). Nicht mehr die Allgemeinbegriffe der aristotelischen Philosophie sind für Ockham alles bestimmende Wirklichkeit, sondern die Einzelheiten der Wahrnehmung, die erst durch...
In seinen „Thesen über Feuerbach“ fordert Karl Marx dazu auf, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Linkes Denken geht mit Marx nicht vom Bestehenden aus, sondern von der Utopie. Die bestehende Gesellschaft ist nur die unvollkommene Vorstufe der klassenlosen Gesellschaft und deshalb verachtenswert – auch...
Hier geht es zum ersten Teil. Ein weiteres Argument gegen den Zentralismus ist ein sehr pragmatisches: Die Terrainbildung Deutschlands widerstrebt dem Einheitsstaat. Gerade aufgrund der geographischen Lage und der Verschiedenheit der (deutschen) Charaktere und Landschaften bleibt die Nachahmung des französischen Nationalstaats eben nur eine Nachahmung und nichts historisch Gewachsenes, wie...
Constantin Frantz (1817 -1891) entwickelte im 19. Jahrhundert ein Gegenmodell zum zentralistischen Nationalstaat Otto von Bismarcks. Wer die Werke des Föderalisten und Bismarck-Gegners finden will, muss in den Bibliotheken allerdings etwas genauer hinschauen. Große Beachtung fand Frantz trotz seiner immensen inhaltlichen Vielfalt und Reichweite bis heute nicht. Noch immer...
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„Komm! ins Offene, Freund!“ Hölderlin: Der Gang aufs Land Die Welt zerbricht. Überall ist Aufbruch. Das Gewohnte ist aufgebrochen. Selbst die „Bürger“, jene also, die ein Wohnungsdach birgt und vor der Witterung behütet, hört man über Obdachlosigkeit klagen – über die Obdachlosigkeit, die Georg Lukács die „metaphysische“ genannt hat. Jenen „Bürgern“...
War der Gebrauch von dem, was man heute Drogen nennt, in vormoderner Zeit einer Klerikerkaste vorbehalten oder war es ein gemeinsames Ritual religiöser Bewandtnis, so transformierte die Säkularisierung den Gebrauch in einen Mißbrauch. Die Droge als Weltflucht – unter der in moderner Interpretation zugleich Daseinsflucht verstanden werden kann – analysiert...