KULTUR

Ein Kosmos für Fußgänger Er hatte es immer eilig, so als fürchtete er das Ankommen wie eine letzte Fessel. Hans Jürgen von der Wense entzog sich allen Festlegungen über seine Person und war doch eine Persönlichkeit sui generis. Was war er nicht alles: experimenteller Komponist, manischer Wanderer, Sprachengenie, Spürnase, Fährtenleser,...
Eine Hütte ist, anders als ein Haus, nicht für Generationen. Eine Hütte ist zeitweilige Zuflucht, Unterkunftsbehelf, Provisorium. Doch sie kann weitaus mehr sein als das. Sie kann auch Ausdruck einer Lebensform sein. Es kommt ganz auf ihren Bewohner an. Zuweilen wird sie sogar zur Denkerhütte. Es handelt sich um einen...
Heute können wir das Richtigsein des Menschen, wie es im Viergespann der klassischen Kardinaltugenden zum Ausdruck gebracht ist, nur verwirklichen, indem wir eine Reihe von Illusionen überwinden, die fest in unserem Denken verwurzelt sind: – Um das Richtbild der Tugenden in Ehren zu halten, müssen wir sehen, dass man einen...
„Der Mensch, der klug und gerecht ist, weiß, daß er zur Verwirklichung des Guten in dieser Welt des Einsatzes der Person bedarf. Er ist – in der Tapferkeit – bereit, um der Wahrheit und Gerechtigkeit willen Nachteile und Verwundungen in Kauf zu nehmen.“ (Josef Pieper)   Die Tapferkeit ist zwar in...
„Der gute Mensch ist vor allem gerecht, das heißt, er versteht sich darin, Mit-Mensch zu sein. Er besitzt die Kunst, auf solche Weise mit den anderen zu leben, daß jedem zuteil wird, was ihm zusteht.“ Josef Pieper Anders als die Begriffe „Tugend“, „Klugheit“, „Tapferkeit“ und „Maß“ ist der Begriff der Gerechtigkeit...
„Der Mensch kann nur dann richtig sein, wenn er sich den Blick für die Wirklichkeit nicht trüben läßt durch das Ja oder Nein des Willens; er macht, umgekehrt, sein Beschließen und Tun abhängig von der ihm zu Gesicht kommenden Realität. Er ist dadurch klug, daß er gewillt ist, die...
Wer in der Gesellschaft als gut gilt, wird gegenwärtig nicht durch das Handeln bestimmt, sondern durch die Gesinnung. Die vier Kardinaltugenden hingegen bieten eine Anleitung für ein gutes Handeln, das uns auch heute noch Orientierung geben kann.  „Daß das Alte sei das Neue“ Goethe Der heutige Europäer kennt die Bedeutung gewisser...
Vereinzelung ist das Gebot der Stunde. Die Coroana-Pandemie hat die Menschen unerwartet auf sich selbst zurückgeworfen und mit existenziellen Fragen konfrontiert. Dabei haben die Ereignisse eine Eigendynamik angenommen, die den Einzelnen zu großen Teilen seiner Verfügungsgewalt beraubt. Doch der Rückgewinn von Freiheit ist nicht durch den Kampf gegen äußere...
Datiert, wiewohl nicht wenige Zeitgenossen das Ende der Geschichte betrauern, unser eigentlicher Verlust womöglich auf ihre bewussten Anfänge zurück, mit denen ältere - mythisch-zyklische - Weltbilder allmählich im Dunkel der Oralität versanken? Einen Königsweg vom allseits empfundenen Ende zurück in die ewige Mitte weist Arne Kolb in seinen geschichtsphilosophischen...
Die Zeit zwischen dem 24. Dezember und 6. Januar, von Heiligabend bis Heilig-Drei-König, gilt in weiten Teilen Europas als eine feierliche Zeit, die mit allerlei Festen, Traditionen und Sagen in Verbindung steht. Ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit und Bereitschaft genügt bis heute, um den stillen Zauber dieser Tage, die wir...